Beängstigende Wissensdefizite bei Heranwachsenden

Am Nachmittag des 27.08.2020 begrüßte Landesjägermeister Dr. Jörg Friedmann den Staatssekretär Dr. André Baumann im Lernort Natur. Gemeinsam mit geschulten Naturpädagogen machte sich Dr. Baumann ein Bild über die Wichtigkeit der von Landesjagdverband e.V. (LJV) und Deutschem Jagdverband (DJV) vor knapp dreißig Jahren gegründeten Initiative:

Erstellt am 27.08.2020

Erschreckende Ergebnisse: Kinder wissen nicht wo die Sonne aufgeht

Es ist fast nicht zu glauben, aber leider wahr: Lediglich ein Drittel der deutschen Kinder und Jugendlichen wissen, in welcher Himmelsrichtung die Sonne täglich aufgeht. In welchem Monat die kürzeste Nacht des Jahres ist, wissen sogar nur zehn Prozent. Diese Ergebnisse belegt der „7. Jugendreport Natur 2016“. Dass sich die Menschen immer weiter der Natur entfremden, ist den Medien fast täglich zu entnehmen. Doch wie gravierend die Defizite sind, ist wenig bewusst. Nur jedes zwölfte Kind ist in der Lage, essbare Früchte, die im heimischen Wald oder am Waldrand wachsen, zu benennen. Ebenso mangelt es an Artenkenntnis bei Wildtieren.

Überall heißt es, das Bewusstsein für Natur und Umwelt müsse gestärkt werden. Doch wie soll das gehen, wenn man das zu Schützende gar nicht kennt, sich damit nicht identifizieren kann? Die Initiative Lernort Natur setzt sich damit auseinander, das fehlende Naturwissen interessant und an die heutigen digitalen Bedingungen angepasst aufzuarbeiten und den Kindern die heimische Natur näherzubringen.

Spielerisch lernen und begreifen

Im heutigen Termin, der im Lehrrevier der Jagdschule „Badische Jägerschmiede“ in Hambrücken stattfand, ließen die beiden Naturpädagogen Rainer Schall und Susanne Kaiser-Schmitt den Staatssekretär in das Thema Wildtierpädagogik eintauchen. Voller Begeisterung saugte er die vorgetragenen Themen auf und machte aktiv bei naturpädagogischen Spielen mit.

Abgerundet wurde der Nachmittag mit einem Gaumenschmaus der WildRebellen. Nutria wurde als feine Häppchen serviert. Aber was ist denn eine Nutria? Der südamerikanische Sumpfbiber, der doch eher als Schädling bekannt ist, machte sich auf dem Teller hervorragend. Ebenso die Nilgans. „Nilgans schmeckt lecker, das sollte man viel öfter essen!“, mit diesen Worten beendete Dr. Baumann, den abwechslungsreichen Nachmittag.

 

Sophia Lorenzoni

Bereich Öffentlichkeitsarbeit/Marketing Landesjagdverband Baden-Württemberg e.V.

Erstellt am 27.08.2020
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